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Wenn man Cats hört, hat man große Erwartungen.

Ob diese erfüllt werden, hängt in erster Linie von einem selbst ab. Die durch den enormen Erfolg der letzten Jahrzehnte völlig überzogene Erwartungshaltung erdrückt das Musical beim ersten Besuch ein wenig, da der erste Akt (so viel Objektivität muss sein) recht zusammenhanglos ist und dem nach dem Sinn forschenden Zuschauer in der ersten halben Stunde den Blick für das Eigentliche verwehrt. Erst mit dem zunehmenden Handlungsverlauf und -Tempo findet der Cats-Neuling in das Geschehen, findet auch endlich Zeit für die detaillierten, liebevollen Kostüme und traut sich, abseits des Katzentreibens auf Entdeckungsreise zu gehen. Erst ab der zweiten Hälfte des Musicals (inklusive dem Jellicle-Ball) erfasst man die genialen Choreographien der zweibeinigen Vierpfoter in Kombination zur mitreißenden Musik, die, vom unzüchtig vorgetragenen Macavity über den immer wieder magischen Mistoffelees, ihren Höhepunkt in Grizabellas „Erinnerung“ findet. Und erst wenn Old Deuteronomy noch einmal zusammenfasst, worauf es beim Ansprechen einer Katze ankommt, erkennt man die wahre Bedeutung dieses Musicals – ein Moment aus dem Leben einiger Katzen. Alles was von nun an bleibt ist die Frage, wann und wo man das Musical ein weiteres Mal sehen kann.

Wenn das Warten auf die nächste Cats-Show zu lange dauert, lässt sich diese mit der gleichnamigen DVD vertreiben, die wider Erwarten das Gefühl eines Musical-Besuches recht gut transportiert. Zudem bekommt man mit mehrmaligem Schauen die Gelegenheit, die vielen kleinen Besonderheiten in den Aktionen der Katzen zu entdecken, die im allgemeinen Getümmel der Gruppe nie auf einmal erfasst und beim ersten Mal nicht wahrgenommen werden können.

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