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Gute Idee, schlechte Idee

Eine gute Idee ist es, sich beim Makeup ein paar Freiheiten herauszunehmen, zumal selbst die verschiedenen Cats-Produktionen einen gewissen Spielraum haben und den auch nutzen. Eine schlechte Idee ist es, den Spielraum so weit auszubauen, dass man hierin Charaktere wiederfindet, die einer Karnevalsgruppe des Kindergartens entlaufen sein könnten. Ebenso wenig gehören Abbilder einer Angestellten des ansässigen Amüsierbetriebs in den Spielraum hinein. Dass man Victoria auch weniger handzahm und unzüchtiger darstellen kann, ohne ihr das Wesen zu nehmen, lässt sich auf den Bildern 1 und 2 gut sehen. Wer wissen möchte, wie man es nicht machen sollte, der befragt eine Suchmaschine. Diese sind doch sehr redselig und offenbaren mehr als einem lieb sein kann.

Eine gute Idee ist es, sich nicht allein auf den sanften Gang zu konzentrieren, sondern den Tanz in die Bewegungen als Katze aufzunehmen. Eine schlechte Idee ist der Tanz, wenn man nicht wirklich mit der Begabung des Tanzes gesegnet ist. Das kann man nun bedauern oder gar ignorieren, aber jegliche Scheinwahrheit wird bei dem Versuch zerrüttet, zum Beispiel eine der bekannten, durchdringenden Bewegungen Victorias zur Eröffnung des Jellicle-Balls nachzuahmen, während man diese mit der Grazie eines Hundes vollführt. Weniger ist dann doch mehr. Vielleicht erprobt man sich an einer zurückhaltenderen Geste wie man sie auf Bild 3 sieht. Damit wickelt man jedes Männchen um die Kralle.

Eine gute Idee ist die unterstützende Lautgebung beim Spiel als Katze. Eine schlechte Idee sind die Laute, wenn diese unnatürlich und gezwungen vorgetragen werden. Ein onomatopoetisches „miez“ mag zwar nahe liegen, gibt aber nur all zu sehr den Beweis der eigentlichen Menschlichkeit. Wer kann, probiert es mit einem leisen Schnurren, wenngleich dies Übung voraussetzt. Wer es vermag, probiert es mit einem lüsternen „rrRRrr“ wann immer es die Stimmung zulässt. Auch hier ist weniger mehr, zumal Victoria im gesamten Musical beinahe nichts von sich gibt und doch so viel sagt. Immer an die Illusion denken.

Eine gute Idee ist das Posieren vor Kameras, vor anderen Leuten, im heimischen Bett vor seinem Männchen. Eine schlechte Idee ist das Posieren, wenn man hierbei versucht, das tierische Haltung 1 zu 1 nachzustellen. Oft wirken solch nachgestellte Posen erkämpft, machen nur die körperliche Unzulänglichkeit des Menschen offensichtlich und verführen im Fortgang zu Gesten, die nicht einmal mehr das Tier vollführen würde. Und schon ist sie wieder dahin, die Illusion. Hier orientiert man sich besser am Musical selbst und agiert gemäß dieses Vorbildes nur halb so euphorisch.

Und nun nichts wie los - verzaubert eure Kater, verzückt die Leute auf den Straßen, die Mitglieder der Cosplay-Con. Und nicht vergessen: Haltung bewahren, Illusion aufrecht erhalten.

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